03.11.2019

Interview mit Markus Resch

Mit dem Executive-Circle der Versicherungsunternehmen

Markus Resch, war viele Jahre investigativer Fernsehjournalist, hat unter anderen f√ľr die Sendung WISO im ZDF berichtet, vor allem √ľber Themen rund um Banken und Versicherungen. Heute ist er Medienunternehmer, Berater und bietet mit dem ZDF-Journalisten Udo van Kampen Medientrainings und Excecutive Coachings f√ľr CEOs und F√ľhrungskr√§fte an.

Herr Resch, das Sprechen geh√∂rt f√ľr F√ľhrungskr√§fte doch zum Alltag. Warum da noch ein Medientraining?

Ja, das Sprechen ist Alltag! Doch welche Schulnoten w√ľrden sie den f√ľnf Rednern geben, die Sie zuletzt gesehen haben? Auf Kongressen, in Pr√§sentationen oder einfach nur in einem Meeting? Sehen Sie! Das ist schon schwer genug. Und die Medien haben dazu noch ganz andere Anforderungen. Im schlimmsten Fall meint es der Interviewer gar nicht gut mit Ihnen. Er tut vielleicht so. Aber er verfolgt mit seinem Interview ein Ziel. Zudem bleiben Ihnen am Ende, selbst von dem l√§ngsten Interview, nur circa 20 Sekunden, die ausgestrahlt werden. Ein Interview mit den Medien, dazu noch vor der Kamera, das ist ein ganz besonderer Job! Seien Sie sich sicher: Der Journalist beherrscht ihn. Also sollten auch Sie das Reden mit den Medien, das Sprechen vor der Kamera beherrschen!

Was sind die häufigsten Fehler bei Medienauftritten?

Ich scanne jede Woche die Medien nach gegl√ľckten und nach missgl√ľckten Interviews. Und glauben Sie mir: Ich finde zuverl√§ssig mehr Interviews, die in die Hose gehen. Die zeige ich auch in den Medientrainings. Der immer gleiche Fehler: Viele Interviewpartner gehen mit der inneren Haltung vor die Kamera, dass sie sowieso √ľber einen Teil ihres Berufes und ihrer Aufgaben sprechen und dass sie das alles ohnehin beherrschen. Weil sie ja tagein tagaus nichts anderes tun, als sich mit diesem Thema zu besch√§ftigen. Und dann gehen sie vor die Kamera und scheitern. Weil sie zu sehr in einer internen Denkstruktur stecken, die der medialen √Ėffentlichkeit nicht gerecht wird. Weil sie nicht √ľber die Zielgruppe nachdenken. Weil sie einfach die 20 Sekunden nicht beherrschen. Weil sie am Ende nicht vorbereitet sind. Sie sind, wie sie halt immer sind. Authentisch also. Aber nicht professionell.

Im Gegensatz zum Journalisten?

Ja, genau! Kein Journalist geht zu einem Interview ohne nicht genau zu wissen, was er aus diesem Interview mitnehmen m√∂chte. Und viele Interviewpartner gehen in ein Interview, weil sie denken, wenn ich die Fragen halbwegs stolperfrei beantworte – und reden kann ich ja – dann ist’s schon gut. Falsch gedacht! Man sollte mindestens so gut vorbereitet – ausgestattet mit Inhalt, Strategie und Ziel – in ein Interview gehen wie der Journalist. Dann ist man auf Augenh√∂he! Viele denken ja, in einem Medientraining geht es vor allem um die Performance! Also: Wie stehe ich! Wie atme ich! Wie schaue ich! Wie rede ich! Und wohin mit meinen H√§nden! In unseren Medientrainings kommt lange vor der Performance die Arbeit an den Inhalten und an der inneren Haltung dazu.

Aber die Inhalte ändern sich doch. Kann ein Medientraining das leisten, auch auf Inhalte vorzubereiten?

Ich sage: Ja! Letztlich hat jede F√ľhrungskraft ein Themennetzwerk. Zu diesen Themen muss eine F√ľhrungskraft im Schlaf eine Meinung haben und performen k√∂nnen. Wenn wir diese Themen erarbeitet haben, dann erst kommen die rhetorischen Techniken dazu. Wie positioniere ich meine Themen in 20 Sekunden, in einem Streitgespr√§ch, in einer Podiumsdiskussion, in einer Rede, in einem Widerspruch – dazu haben wir rhetorische Modelle erarbeitet, die in diesen Situationen zuverl√§ssig funktionieren. Die Grundregeln der Rhetorik sind √ľber 2000 Jahre alt. Mit unseren rhetorischen Modellen √ľbertragen wir diese Rhetorik aus der Antike in die Mediengesellschaft der Moderne.

Wie reagieren Ihre Kunden auf einen solchen Tag?

Viele Klienten f√ľrchten zun√§chst ein solches Medientraining. Weil sie sich mit ihrer Authentizit√§t ganz gut eingerichtet haben. Und weil sie Angst haben, dass Auftritte im medialen Raum mit zu viel Wissen um Wirkungskompetenz zu anstrengend werden. Doch ganz bald merken sie, dass das Leben einfacher wird, wenn man solchen Situationen professionell und vorbereitet begegnet. Dass die richtige Vorbereitung Zeit spart. Und dass der Schlagabtausch mit den Medien richtig Spa√ü machen kann. Das ist wie im Tennis: Wenn ich auf Augenh√∂he mit dem Gegner spiele, dann macht das Spiel Spa√ü. Und wir bringen unsere Klienten auf Augenh√∂he mit den Medien! Mit uns werden sie professionell im Auftreten. Und authentisch in der Pers√∂nlichkeit. Daraus entsteht eine Wirkung im medialen Raum mit gro√üer √úberzeugungskraft.

Herr Resch, vielen Dank f√ľr das interessante Gespr√§ch.

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